Kulturagentinnen und Kulturagenten Schweiz

Eigentlich hätten die Proben zum Schultheaterstück «Unser Schulgespenst» im März 2020 beginnen sollen, auf die drei Klassen der Mittelstufe bereits seit Beginn des Schuljahres hingearbeitet hatten. Nach der coronabedingten Schulschliessung reichte die Zeit nicht mehr aus, um eine bühnenreife Aufführung zu erarbeiten. Spontan entschieden sich die Klassenlehrkräfte deshalb für ein zweiwöchiges Filmprojekt. 

Ihre Texte hatten die Jugendlichen schon im Kopf, Lieder waren einstudiert und erste Sounds für die Bühnenmusik mit dem Schlagzeuger Phil Dold (vgl. «Musikwerkstatt») entwickelt. Wenige Kniffe waren nötig, um alles in ein Drehbuch zu fassen. Da das Theaterstück von Regina Stephan-Mitesser in einer Schule spielt, lag auch der Drehort auf der Hand: Die HPS Flawil.

Die beiden Schweizer Filmkünstler Livia Vonaesch und Mike Krishnatreya sagten zu, in nur fünf Drehtagen den Gruselfilm zu drehen und dabei die Jugendlichen auch als Crew für Ton, Licht, Klappe und Nebelmaschine, von Geisterhand bewegte Türen und natürlich für den Soundtrack einzubinden. Das Medium Film ermöglichte es den SuS, sich als Schauspieler.innen und Musiker.innen in punktuellen Konzentrationsphasen deutlich freier zu verwirklichen, als das auf der Theaterbühne der Fall gewesen wäre. Das Filmteam liess sich von den Improvisationen der SuS lenken. Vom Pausenplatz über die Klassenzimmer bis zum Archiv, die Filmfiguren eroberten sich ihr Terrain vor den Augen der staunenden Mitschüler.innen, und sogar die Feuerwehr Flawil machte bei einem Dreh mit: Für die meisten SuS der Höhepunkt der Woche. Parallel zu den Dreharbeiten entwickelten diejenigen Schüler.innen, die keine Sprechrollen hatten, den Soundtrack. Jede.r, auch Lehrkräfte und Praktikant.innen, wurde nach seinen Möglichkeiten und Vorlieben in die Arbeit einbezogen.

Die Filmpremiere fand am 2.7. im Rahmen eines Elternabends statt. Am Freitag 3.7., dem letzten Schultag vor den Ferien, schauten alle Schüler.innen der HPS Flawil gemeinsam im grossen Saal den Gruselfilm.

Das Sankt Galler Tagblatt berichtete über das Projekt.