Kulturagentinnen und Kulturagenten Schweiz

Projektbeschrieb

«Kulturagent.innen für kreative Schulen» ist ein Projekt, in dem kulturelle Bildung und Schulentwicklung ineinandergreifen. Es hat zum Ziel, gemeinsam mit den teilnehmenden Schulen ein qualitativ hochwertiges, fächerübergreifendes und bedarfsorientiertes Angebot der kulturellen Bildung zu entwickeln und in den Schulalltag zu integrieren. Das Projekt ermöglicht es Schulen, sich mit eigenen Vorstellungen, Wünschen und Zielen hinsichtlich kultureller Bildung auseinanderzusetzen und in konkrete, ortsspezifische Ideen zu übersetzen. Im Rahmen vielfältiger Kooperationen mit freischaffenden Künstler.innen sowie mit lokalen Kunst- und Kulturinstitutionen eröffnet sich den teilnehmenden Schulen die Chance, die eigene Institutions(lern)kultur in der Zusammenarbeit weiterzuentwickeln – was auch in umgekehrter Richtung für die Kunst- und Kulturinstitutionen gilt. Darüber hinaus will das Projekt «Kulturagent.innen für kreative Schulen» bei Kindern und Jugendlichen Interesse an den Künsten wecken und eine selbstverständliche Teilhabe an Kultur fördern.

 Projektbausteine

Das Projekt «Kulturagent.innen für kreative Schulen» basiert auf fünf Projektbausteinen, die sich gegenseitig bedingen und charakteristisch für das Projekt sind. Es handelt sich dabei um die «Kulturagent.innen», der/die «Kulturbeauftragte», die «Reflexion und Wissensproduktion», der «Kulturfahrplan» sowie das «Kunstgeld».

Reflexion und Wissensproduktion

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Kulturagent.innen ist die Wissensproduktion und die kontinuierliche Reflexion über ihr Tun. Dabei werden sie von der Geschäftsstelle inhaltlich begleitet und beraten. Dieser Projektbaustein leistet mit seinen Veröffentlichungen einen wichtigen Beitrag zur inhaltlichen Bearbeitung des Themenfelds und kommt dem Fachbereich der Kulturvermittlung langfristig direkt zu Gute.

Der Kulturfahrplan

Im Zusammenspiel mit den Kulturagent.innen erstellen die beteiligten Schulen einen eigenen Kulturfahrplan und legen darin ihre Ziele für die kulturelle Schulentwicklung fest. Bereits vorhandene Ressourcen werden genutzt, wie etwa bestehende Initiativen an der Schule von Lehrpersonen mit einem besonderen Interesse am Projekt oder an den Künsten, lokale Kulturangebote oder die Kompetenzen regionaler Kunstschaffender.

Die/der Kulturbeauftragte

Jede Schule benennt eine Lehrperson als Kulturbeauftragte.n. Er/sie verbindet den/die Kulturagent.in mit der Schule und vertritt das Projekt im Schulhaus und im Lehrer.innenkollegium.

Das Kunstgeld

«Kunstgeld» heissen die finanziellen Mittel, die für das Projekt «Kulturagent.innen für kreative Schulen» reserviert sind. Das Kunstgeld wird dafür verwendet, die von den Kulturagent.innen initiierten Projekte zu realisieren. Das Kunstgeld ist begrenzt: Falls nötig, bemühen sich die Kulturagent.innen um zusätzliche Ressourcen.

Projektträger.innen

«Kulturagent.innen für kreative Schulen» ist initiiert und gefördert von der Stiftung Mercator Schweiz in Zusammenarbeit mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Bern, Freiburg, St. Gallen, Thurgau, Wallis und Zürich. Für die Umsetzung des Projekts wurde der gesamtschweizerische Verband Kulturvermittlung Schweiz mandatiert.

Die Durchführung in den ersten Schulen ist im August 2018 gestartet. Die zweite Projektstaffel mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau läuft seit dem Sommer 2019. Das Projekt dauert jeweils vier Jahre.

Die Kulturagent.innen

Kulturagent.innen sind der Dreh- und Angelpunkt des Projektes. Sie kennen sich im Feld der Künste aus, sind oft selbst künstlerisch tätig und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfahren. Sie arbeiten in der Schule und haben dort einen festen Platz. Sie organisieren zum Beispiel Weiterbildungen für Lehrpersonen, Kunstprojekte mit Schüler.innen und Kulturschaffenden aus der Region oder initiieren Partnerschaften mit regionalen Kulturinstitutionen. Die gemeinsame Schärfung von Vorstellungen zur Rolle kultureller Bildung (an der eigenen Schule) und eine sich daraus ableitende kulturelle Schulentwicklung liegt ihnen hierbei besonders am Herzen. Sie schöpfen aus der zeitgenössischen, professionellen Kunst und Kultur – von Film über Theater, Skulptur und Malerei bis zu Performance und Musik.

Kulturagent.innen arbeiten mit 60 Stellenprozenten an jeweils zwei Schulen. Insgesamt sind 9 Kulturagent.innen an 17 Schulen tätig.

Lernen Sie die Kulturagent.innen hier näher kennen!

Partner- und Modellprojekte

Die Realisierung des Projekts in der Schweiz stützt sich auf die Erfahrungen aus dem Programm «Kulturagenten – für kreative Schulen», das in Deutschland von 2011–2015 von der Kulturstiftung des Bundes und der deutschen Stiftung Mercator durchgeführt wurde. Das Programm lief in fünf Bundesländern und wirkte mit 46 Kulturagent.innen an 138 Schulen. Seit dem Schuljahr 2015/16 läuft es bis zum Sommer 2019 in einer zweiten Phase. Die deutsche Version des Programms orientierte sich konzeptuell am englischen Programm «Creative Partnerships» (2002–2011).

Wertvolle weiterführende Informationen und Wissen rund um das Konzept «Kulturagent.innen» liefern die gut dokumentierten Erfahrungen aus dem deutschen Programm, die auf der umfangreichen Webseite abrufbar sind.

Darüber hinaus enthält die Webseite Texte aus der Publikation zur ersten Phase des Kulturagenten-Programms in Deutschland, wie beispielsweise zum Kulturagent.innen-Profil, zum Kulturfahrplan oder zu den Kulturbeauftragten. Das Projektarchiv bietet einen Einblick in alle durchgeführten Projekte. Hier ein paar Beispiele: Jahresthema «Eine Frage der Perspektive»;  Sprache durch Radio, Graffiti und antike MusikMY SPACE – Architektur als HandlungsraumEin Theatertag fürs Schulpersonal.

Das Projekt in der Schweiz baut auf den Erfahrungen in Deutschland auf. Es wird aber den Schweizer Rahmenbedingungen und Bedarfen angepasst und dabei weiterentwickelt.

Blog

Der Blog legt den Fokus auf vielstimmige Einblicke, indem das Projekt aus der Perspektive unterschiedlicher Akteur.innen des Feldes beleuchtet wird: Autor.innen aus dem Kreise der Projektbeteiligten aber auch geladene Gastschreibende äussern sich in Fachbeiträgen, Erfahrungsberichten oder auch Gedichten und Bildreihen zu Prozessen, Aktionen und Themen, welche sich über die Projektlaufzeit von 2018 bis 2023 zeigen.