Kulturagentinnen und Kulturagenten Schweiz

Der Künstler Michael Eul und der Schauspieler Martin Rapold inszenierten zusammen mit Schüler.innen belebte Bilder für ungewöhnliche Spielorte im Schulhaus Remisberg. Die Neuentdeckung und die Auseinandersetzung mit den für die Schüler.innen alltäglichen Orten standen am Beginn des Prozesses. In Gruppen entwickelten die Schüler.innen Ideen um den Orten eine neue Bedeutung oder eine andere Funktion zu geben. Die Schüler.innen waren dazu ermutigt, ihr eigenes Können mit Unterstützung der Kunstschaffenden zu vertiefen, sich in neuen Ausdrucksweisen zu versuchen und zusammen eine eigenständige Inszenierung an den ausgesuchten Orten zu schaffen. Schau-Spiel-Ort war ein Gewinnerprojekt von KOMET 2019.

Entsprechend den Altersunterschieden der Schüler.innen gestaltete sich der Einstieg in die Projektarrbeit erwartbar unterschiedlich. Während die eine Gruppe mit grösster Selbstverständlichkeit den Ort des Geschehens bestimmte und sehr schnell eine Vorstellung entwickelte was dort gespielt werden sollte, gab es in den anderen Gruppen längere Auseinandersetzungen und Findungsphasen, die letztlich bei kreativen Prozessen immer integraler Bestandteil sind. Genau darum sollte es im Laufe der Woche ja gehen: die Erfahrung zu machen, welche Auseinandersetzungen in Form von Diskussionen, welche Ausdauer und Konzentration es braucht, um zu einer selbst gestalteten Aufführung zu gelangen, die man einem Publikum vorführen kann. Es wurde als recherchiert und geplant und gebaut und besorgt und geübt. Die temporär auftauchenden Anfälle von Lustlosigkeit sowie die dem Prozess innewohnenden künstlerischen Krisen konnten gemeinsam überwunden werden. 

Das offene, prozesshafte Zusammenarbeiten erforderte ein klares Ziel für die Präsentation. Dies fand in Form von einem «Stationen Theater» statt. Die Interventionen wurden zum Abschluss dem ganzen Schulhaus in Gruppen präsentiert. Das Schulhaus wurde zur Bühne, auf der der Alltag immer auch auf eine unberechenbare Weise hineinspielen konnte. Was zu lebehaften Diskussionen und auch zu etwas Verwirrung sorgte. Durch die Interventionen der Schüler.innen verändert sich nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Betrachter.innen nachhaltig.